Alpine Caving News

Samstag, Oktober 28, 2006

Österreich - Leoganger Steinberge - Nebelsbergkar

Expedition 2006 des KKTJ Krakau im Bereich des Nebelsbergkars:
vom 20.7 bis 20.8.2006 fand unter der Leitung von Andrej Ciszewski die diesjährige Expedition im Bereich des Nebelsbergkars statt. Insgesamt 26 Höhlenforscher mehrerer poln. Vereine waren im Wechsel aktiv.
Wieder einmal standen die bereits 1996 entdeckte Höhle CL-3 (1324/128) und der 2003 neu gefundene Furkaschacht im Mittelpunkt der Forschungen.
Beide Höhlen sind unter dem Gesichtspunkt, "den Gesamthöhenunterschied des Lamprechtsofen (1324/1) als die tiefste Durchgangshöhle der Welt, deutlich weiter zu steigern" die zur Zeit aussichtsreichsten Objekte für einen Zusammenschluß.

Die Höhle Cl-3, die bereits vor einigen Jahren mit der Höhle Pl 95/1 zusammengeschlossen werden konnte hat eine Tiefe von -741m und einer Länge von ca. 7000m. Im Jahr 2006 konnte der neu entdeckte Veteranenschacht angeschlossen werden, so dass nun ein dritter Einstieg existiert.
Im Furkaschacht, dessen Eingang auf 2473m liegt und der damit der höchste bekannte Eingang des Massivs ist, wurde die schwierige Erforschung der letzten Jahre fortgeführt. Am Forschungs-Endpunkt auf etwa -220m konnte über neue, sehr enge Mäanderpassagen weiter vorgedrungen werden bis zu einem Schacht. Weitere Schächte folgen.
Neben der Bearbeitung vieler kleinerer neuer Objekte, konnten auch zwei interessante und stark bewetterte Schächte neu entdeckt werden (Perpetum Hoorible und Durkar), die bis -103 bzw. -120m vermessen wurden.
Insgesamt wurden dieses Jahr etwa 1800m Neuland im Forschungsgebiet dokumentiert.

http://www.kktj.pl/index-en.html
http://www.kktj.pl/artykuly/lampo06/ts/galeria01.html (Bilder Forschung 2006)
http://speleo.waw.pl/modules.php?name=coppermine&file=thumbnails&album=148 (Bilder Forschung 2006)

Mittwoch, Oktober 18, 2006

Österreich - Ötscher

Weiterforschungen im Pfannloch 1816/55 nach langer Pause wieder aufgenommen:
4 Mitglieder des Landesvereins für Höhlenkunde in Wien und Niederösterreich (E. Hoffmann, B. Wielander, D. Sulzbacher und M. Decker) haben die seit Jahren ruhenden Forschungs- und Vermessungsarbeiten im Pfannloch wieder aufgenommen. Bei einer ersten Tour vom 7.-8.10.06 konnten in einem Seitenteil des Septembergangs etwa 125m Neuland vermessen werden.
Die neue Gesamtlänge liegt nun bei 5126m, die Tiefe unverändert bei - 392m.
Noch immer lockt die mögliche Verbindung zum gewaltigen und nahegelegenen Ötscherhöhlensystem 1816/6, dass eine Länge von 27003m aufweist. Weitere Forschungstouren sind noch in diesem Jahr geplant.
(Xploration, Höhlenforschung in Österreich)
http://www.ogh.ch/cave_vienna/
http://homepage.mac.com/andreasbigler1/Hoehle-2004/PhotoAlbum95.html (Bilder Forschungen 2004)

Mittwoch, Oktober 11, 2006

Österreich - Tennengebirge - Kuchelberg/Röth

Schneeloch 1511/7 - Zwischenstand Forschungen 2006:
bisher kam es in diesem Jahr zu 8 Forschungstouren in das Schneeloch und in die Teilbereiche Schlangenschlund 1511/866 und Brillenschacht 1511/7-4 und 1511/7-5.
Die 4-köpfige Stammcrew bestehend aus Markus Findeis, Jürgen Zottmann, Steffen van Recum und Frank Schlöffel (alle Speleoclub Guano bzw. Landesverein für Höhlenkunde, Salzburg) wurde im Wechsel verstärkt durch: Amadeus Endlich, Beni Köstler und Florian Schwarz.

Schwerpunkt der Forschungen 2006 ist die Bearbeitung des oberen Schneelochbereiches, des über den Gigantentunnel, die Harnischhalle, den Sandtunnel und das Versturzlabyrinth bis +132m ansteigenden Hauptgangsystems, den bisher unerforschten Seitenteilen und besonders auch die Oberflächenforschung.
Dabei kam es bisher zu einigen Neuentdeckungen, wobei die interessanteste im Augenblick sicher der Brillenschacht ist: seit Juli konnten dort nochmals neue Teile entdeckt werden, so dass heute 3 Verbindungen zum Schneeloch existieren. Die Gesamtlänge des Brillenschachts beträgt 441m, Tiefe -100m.
Weiteres Neuland brachten die Seitenteile des oberen Hauptgangsystems, besonders der "Parallel-Mäander". Dieser zieht ab der Harnischhalle, über den Gigantentunnel SW versetzt zum Hauptgang, weiter bis in den 2. Ast.
Im 2. Ast selbst, am Forschungsendpunkt kam es im Rahmen einer Biwaktour durch Dirk P. und Florian Schwarz zu einem weiteren Vorstoß. Hierbei konnten 132m äusserst enge Mäanderpassagen dokumentiert werden, die Tiefe dieses Bereichs um 60m, auf -329m gesteigert werden. Ein Weiterkommen ist hier wegen der sehr schwierigen Verhältnisse, der "praktischen Unpassierbarkeit" nicht möglich.
Im Schlangenschlund scheint das Potential weitgehend ausgeschöpft: hier konnten 98m neu vermessen werden, wodurch die Gesamtlänge nun bei 616m liegt, die Tiefe beträgt -125m.
Die Oberflächenarbeiten oberhalb des Schneeloch- Haupganges, in Höhen bis knapp über 1800m führten zwar zur Entdeckung einiger neuer Höhlen (Irrtumsschacht 1511/874, Kegelbahn 1511/877, Pyramidenschacht 1511/878), jedoch waren dies bisher durchwegs Kleinhöhlen, blockiert in max. 30 m Tiefe und ohne Hoffnung auf neue Höhenrekorde des Schneelochs. Allerdings stehen auch noch einige sehr interessante Objekte zur Untersuchung an.

Insgesamt konnten in diesem Jahr ca. 1600m im Schneeloch vermessen werden, davon ca. 1000m Neuland und etwa 600m Nachvermessungen bereits bekannter Höhlenteile. Das System ist momentan 7532m lang. Weitere Forschungstouren sind geplant. (Frank Schlöffel, 11.10.06)




Bilder von Amadeus Endlich, Florian Schwarz, Frank Schlöffel
1. im 2. Ast: Mäanderpassagen auf etwa -300m
2. am Rand der ersten Großdoline, im Hintergrund: die Röthwand
3. Einstieg Brillenschacht
4. Biwak im Bereich Zahnbrecherschächte
5. Forschungsteam bei der Tour vom 6.-9.7.06
6. Makro im Bereich des oberen Hauptgangsystems im Schneeloch

Dienstag, Oktober 10, 2006

Österreich - Dachstein

Dachstein-Südwandhöhle 1543/28 - wieder Neuland!
Vom 02. bis 04. Oktober 2006 unternahmen Heidrun André, Georg Bäumler, Ernest Geyer und Robert Seebacher (VHO) einen neuerlichen Vorstoß in die Südwandhöhle. Kernstück der Tour war ein 16-stündiger Einsatz am 03. Oktober in die entferntesten und zugleich tiefsten Höhlenteile. Dort wurde versucht eine Umgehung des Abschlundsiphons zu finden. Durch die teilweise enge "Untere Brummröhre" gelang es rasch einen kleinen, abwärtsführenden Gang zu entdecken. Dieser Abschnitt führt etwa 100 m weit in Richtung Osten bis zu einer unüberwindlichen Engstelle. Hier befindet sich auch der bisher tiefste Punkt der Höhle bei -455 m.
Ein am Beginn des Ganges ansetzender, enger und stark wasserführender Schlot ermöglichte schließlich den Zugang zu einem großen Gang. Bachaufwärts führt der Tunnel tatsächlich bis zur Rückseite des Abschlundsiphons. Glücklicherweise war es möglich den Abschlundbach umzuleiten, so dass der Umgehungsgully trockengelegt werden konnte. Anschließend ging es trotz fortgeschrittener Zeit daran, den neu entdeckten Gang bachabwärts zu erforschen und zu vermessen. Der Gang ist stark versandet, wobei die Gangdimensionen ständig wechseln. Abschnitte von bis zu 15 m Höhe sind immer wieder durch kurze Fast-Lehmsiphone und Bückstellen unterbrochen. Stark mäandrierend verläuft der Gang in Richtung Westen und erstreckt sich zum Großteil unter dem Gosaugletscher. Aus diesem Grund wurde er "Gosauschleichweg" genannt. Insgesamt konnte er vom Abschlundsiphon weg, auf 530 m Länge vermessen werden. Weitere 100 m wurden begangen, wobei auf offener Strecke aus Zeitmangel umgekehrt werden musste.
Insgesamt war es möglich bei dieser Tour 791 m Neuland zu dokumentieren, wodurch die Gesamtlänge der Südwandhöhle auf 8.178 m kletterte. Die Niveaudifferenz stieg auf +- 472 m.

(Robert Seebacher, 10.2006)
weitere Infos unter: http://www.hoehle.at


Sonntag, Oktober 08, 2006

Österreich - Totes Gebirge - Almberg

Forschungen im Almberg-Höhlensystem (AHS), 1624/18:
Am 30.09. konnten Thomas Bayn, Nils Naarmann und Sven Wölfel (FHKF) den ersten "richtigen" Tiefenvorstoß im "Traumcanyon" - Bereich Schneekegelhöhle (SK) des Almberg-Höhlensystem (AHS)- unternehmen.
Der Vorstoß wurde im August leider durch "zu wenig Seil" und "zu viel Wasser" vereitelt.

Nach dem Einbau eines über 100m langen Seiles, einer Querung nach 22m -die eine trockende Abfahrt garantierte- konnte 75m tiefer eine kleine Zwischenstufe erreicht werden (direkt: -97m).
Erster Kontakt mit dem "aktiven" Teil des Systems! Helle, z.T. glatte Wände werden von breiten, flachen Karren durchzogen - es plätschert und gurgelt. Etwas tiefer war bereits eine weitere kurze Zwischenstufe sichtbar, die nach Einbau eines weiteren 100m-Seiles vermessen wurde.
Der erweiterte Canyongrund konnte letzendlich nicht erreicht werden, da es nach ca. 15m Abfahrt so naß wurde, dass an dieser Stelle abgebrochen werden musste. Ca. 20m tiefer befand sich der Grund, auf dem sich erkennbar der Bachlauf eingetieft hatte. Am hinteren Ende blickte man auf eine weitere Schachtstufe, dessen weiterer Verlauf durch ein Portal aus dem Sichtfeld verschwand.
Ein weiteres großräumiges Portal mündete ca. 12m oberhalb vom Grund und läßt ebenfalls auf weitere Fortsetzungen hoffen. Es darf also "weitergeträumt" werden.
Ebenfalls konnte nun auch der ca. 38m tiefe Tagschacht vermessen werden, der einen zweiten Schneekegel und Eisfiguren auf einer Zwischenetage enthält.
Es wurden somit 180m vermessen und die Gesamttiefe der "SK" konnte auf -258m erhöht werden.
Gisela & Wilfried Lorenz unternahmen in dieser Zeit weitere Oberflächenbegehungen und konnten mit einer weiteren Entdeckung aufwarten.
Neben den bereits erneuerten Temperaturdatenlogger wurden Radondetektoren in diversen Höhlenteilen positioniert. Neue GGL "AHS": 8213m (Nils Naarmann, 8.10.06)





Bilder/Sven Wölfel: 1. Tagschachtstufe, 2. Traumcanyon
http://www.fhkf.de/Seiten/Forschung_Almberg_Bericht_2006_04.htm
http://www.fhkf.de/Seiten/Forschung_Almberg_Bericht_2006_05.htm

Montag, Oktober 02, 2006

Österreich - Totes Gebirge - 'in den Karen'

Ozonloch 1625/406 - Forschungen 2006 bringen bisher (noch) nicht die Verbindung zum DÖF-Sonnenleiter-Höhlensystem 1625/379:
das Ozonloch wurde bereits im Jahr 1989 von Mitgliedern des VHO entdeckt und auf eine Länge von 105m und Tiefe von 52m vermessen.
13 Jahre später nehmen Robert Seebacher, Peter Jeutter, Patrick Hautzinger (alle VHO) und Kameraden die Forschungen am Forschungsendpunkt, einer "offenen Fortsetzung mit Wetterführung" erneut auf. So kommt es seit 2002 jährlich zu mehreren Forschungstouren in deren Mittelpunkt zunehmend die möglich scheinende Verbindung zum nur noch ca. 70m entfernten DÖF-Sonnenleiter-Höhlensystem steht.

Auch im Jahr 2006 kam es vom 9.8-10.8 und am 23.9 zu Forschungsfahrten:
- bei der ersten Tour wurde ausgehend von einem Biwak auf etwa -460m nach 3stündiger Grabung ein Lehmsiphon freigeräumt; der anschließende Gang zieht genau auf das DÖF zu (Abstand ca. 70m), schwierige Fortsetzungen vorhanden. Auch am tiefsten Punkt, auf -539m wurde bei dieser Tour geforscht. Hier konnte über einen 16m Schacht, anschließenden teilweise großräumigen Gangpassagen in aktive Bereiche vorgestoßen werden. Ein Canyon führte zu einem mind. 15m tiefen Schacht, dem momentanen Forschungsendpunkt auf -591m.
- bei der zweiten Tour wurden aussichtsreiche Fortsetzungen auf etwa -350m genauer untersucht. Dabei wurde eine etwa 20m hohe, teilweise überhängende Wand bezwungen. Das anschließende Röhrensystem endete leider schon bald verlehmt. An anderer Stelle wurde ein 34m- Schacht erkundet, auch hier keine Fortsetzungen vorhanden.

Insgesamt ist das Ozonloch nun bereits 1905m lang und 591m tief. Und es geht mit Sicherheit weiter...
Ausführliche Infos zur Ozonlochforschung auf den Seiten des VHO unter:
http://www.hoehle.at/deutsch/vho.htm